Mittellatein in Erlangen. Text, Schrift, Kommunikation

 

 

Latein ging nicht mit dem Römischen Reich unter, sondern blieb auch noch in dem Jahrtausend danach das wichtigste Kommunikationsmedium der Literatur und der Wissenschaft im Abendland (Mittellatein). Die vermeintlich «tote Sprache» überlebte sogar das Mittelalter und behauptete sich bis in die Neuzeit hinein (Neulatein). Wir beschäftigen uns mit diesem gewaltigen Erbe und seinen Medien in Form von Handschriften und Drucken. Das Fach Mittellatein und Neulatein ist somit Sprach- und Literaturwissenschaft, aber zugleich auch Medien- und Kulturwissenschaft. Es steht im Zentrum der philologischen und historischen Studien über die westliche Kultur seit etwa 500 n.Chr. und ist stark international und interdisziplinär ausgerichtet.

Unser Erlanger Lehrstuhl ist innerhalb der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, aber auch national und international weit vernetzt: Wir sind beteiligt am IZEMIR (Interdisziplinäres Zentrum für Europäische Mittelalter- und Renaissancestudien) sowie an mehreren Studiengängen, wir bieten Leistungsexporte für andere Fächer wie Buchwissenschaft und Germanistik und wir kooperieren mit Institutionen wie der École des Hautes Études en Sciences Sociales (Paris), der Bibliothèque nationale de France oder der Bayerischen Staatsbibliothek München. ERASMUS-Partnerschaften, die unsere Studierenden für Auslandsaufenthalte nutzen, bestehen mit den Universitäten in Barcelona, Bergamo, Brno (Brünn), Olomouc (Olmütz) und Rom.

Dank dieser Vernetzung, der engen Verbindung von Lehre und Forschung, einem günstigen Betreuungsverhältnis sowie einer herausragenden Spezialbibliothek bieten wir in Erlangen ideale Bedingungen für ein Bachelor- bzw. Masterstudium und für die Promotion zum Dr. phil.

Prof. Dr. Michele C. Ferrari

Aktuelle Ankündigungen

Kann materialisierte Religion sprechen? (22.-23. November)

Interdisziplinäre Tagung des Zentralinstituts »Anthropologie der Religion(en)«
Kann materialisierte Religion sprechen?
22. und 23. November 2018

Das Tagungsprogramm finden Sie unter diesem Link.

Call for Papers

Fabel und Predigt im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit (Erlangen, 15.-16. Mai 2019)

Der Lehrstuhl für Lateinische Philologie des Mittelalters und der Neuzeit der FAU organisiert im Mai 2019 eine Internationale Tagung zum Thema "Fabel und Predigt". Fabeln waren in der Vormoderne nicht nur unterhaltende und im Unterricht gut einsetzbare Texte. Ihr belehrender, moralisierender Charakter prädestinierte sie, als Exempla für die Predigt verwendet zu werden. Im Spätmittelalter entstanden auch spezifische Sammlungen dazu. Der Call for Papers richtet sich an junge Wissenschaftler bis 35 Jahren, die die Ergebnisse ihrer Forschungen über lateinische und volkssprachliche Fabeln und ihre Anwendung bis ca.1650 vorstellen möchten. Interessenten sollten einen Lebenslauf und eine kurze Vorstellung ihres Vorhabens bis zum 1. März 2019 einreichen. Die ausgewählten Referenten erhalten einen Pauschale für Reise- und Aufenthaltskosten in Höhe von 160 €.

Bewerbungen mit vollständigem Lebenslauf senden Sie bitte postalisch an:

Prof. Dr. Michele C. Ferrari
Friedrich-Alexander-Universität
Mittellatein und Neulatein
Kochstr. 4/3
91054 Erlangen

oder per E-Mail an Dr. Stefan Weber.


Fables and the Art of Preaching in the Middle Ages and Early Modern Period (Erlangen, 15-16 May 2019)

The Department of Latin Philology in the Middle Ages and Modern Period at FAU is organizing an international conference in May 2019 on the theme of Fables and Preaching. In the premodern period, fables were not only texts used for entertainment and in classrooms. Their edifying, moralizing character predisposed them for use as exempla in preaching. In the late Middle Ages specific collections were even created for this purpose. This Call for Papers is directed at young scholars up to the age of 35, who would like to present the results of their research on Latin and vernacular fables and their use up to c. 1650. Interested individuals should submit a curriculum vitae and a short proposal by 1 March 2019. Selected speakers will receive a fixed sum of 160 euros for the costs of travel and accommodation.

Please send your application including full CV by post to:

Prof. Dr. Michele C. Ferrari
Friedrich-Alexander-Universität
Mittellatein und Neulatein
Kochstr. 4/3
91054 Erlangen

or by e-mail to Dr. Stefan Weber.

Neuerscheinung: Europa 1215

Europa 1215. Politik, Kultur und Literatur zur Zeit des IV. Laterankonzils. Herausgegeben von Michele C. Ferrari, Klaus Herbers und Christiane Witthöft unter Mitarbeit von Harriet Ziegler und Steve Riedl, (Beihefte zum Archiv für Kulturgeschichte 79), Köln: Böhlau.

Lateinische Spätantike: Gestalten der Spätantike

Im Rahmen der AG Spätantike wird im Wintersemester 2018/19 folgende Lehrveranstaltung angeboten:

Lateinische Spätantike: Gestalten der Spätantike
Kämpferische Kirchenväter, dichtende Frauen, Päpste, Kaiser und Philosophen: unser Bild der Spätantike wird durch das Wirken und die Werke herausragender Persönlichkeiten geprägt. Das von der Arbeitsgruppe Spätantike veranstaltete Seminar stellt einige von ihnen vor. Daran beteiligt sind Fachleute unterschiedlicher Disziplinen in Erlangen, aber das Seminar wird durch Beiträge auswärtiger Gelehrter aus Deutschland, Italien und Österreich ergänzt. Den öffentlichen Eröffnungsvortrag hält am 23. Oktober 2018 um 18 Uhr Dorothea Weber aus Salzburg (Augustinus über Augustinus: Formen der Selbstpräsentation).

Vorläufiges Programm des Seminars:

6. November 2018 Matthias Maser (Geschichte, Erlangen), Papst Gelasius I. und seine Zwei-
Gewalten-Lehre
13. November 2018 Christoph Schubert (Klassische Philosophie, Erlangen), Die Dichterin Proba
und die spätantiken Centones
20. November 2018 Dagmar Kiesel (Philosophie, Erlangen), "Meine Amme [...], die Philosophie".
Boethius zwischen Philosophie und Christentum
27. November 2018 Charlotte Köckert (Kirchengeschichte, Erlangen), Augustinus und Paulinus
von Nola – Konvertiten zum asketischen Christentum
4. Dezember 2018 Angelo Luceri (Rom), Draconzio e Cartagine, tra mito e storia
11. Dezember 2018 Thomas Riesenweber (Bonn), Marius Victorinus und der Rhetorikunterricht
der Spätantike
8. Januar 2019 Michele C. Ferrari (Mittellatein und Neulatein, Erlangen), Hieronymus und der flüchtende Heilige
15. Januar 2019 Boris Dreyer (Alte Geschichte, Erlangen), Polybios und die Mönche
22. Januar 2019 Serena Ammirati (Rom), Spätantike Leser des Codex Theodosianus
29. Januar 2019 Maria Jennifer Falcone (Klassische Philologie, Erlangen), Sidonius Apollinaris:
Intertextueller Horizont und Fortleben
5. Februar 2019 Stephan Schröder (Klassische Philologie, Erlangen), Heliodor

Aktuelle Informationen können dem UnivIS entnenommen werden.